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„Die Energie-Türme von Ellerau“ Norderstedter Zeitung vom 20.07.2007
Nun ist es aus mit dem Traum einer sprudelnden ökologischen Geldquelle für Ellerau. Der erwartete jährliche Überschuss der mit dem Bau und Betrieb einer Biogasanlage in dem dafür eigens gegründeten „Volkseigenen“ Betrieb, den KBE (Kommunal-Betriebe-Ellerau), hat sich zu einem Verlust gleicher Größe verwandelt.
Hatte man nicht getönt, wie toll es doch sei, mit der Gründung der KBE die Gewinne aus dem Betrieb der Biogasanlage mit den Verlusten anderer gemeindlicher Einrichtungen, wie z.B. dem Freibad, aufrechnen zu können. Davon kann nun nicht mehr die Rede sein, im Gegenteil, die Ellerauer Steuerzahler haben jetzt einen weiteren Verlustbringer zu finanzieren, denn das Wunschdenken der politischen Mehrheit hat den (betriebswirtschaftlichen) Sachverstand ersetzt.
Das Projekt Biogas ist immer für eine Überraschung gut. Erst die „Dorfverschönerung“ mittels eines dorfbildprägenden Abgasschornsteines und jetzt die beiläufige Bemerkung über eine Baukostenüberschreitung um eine Millionen Euro, ein Drittel der geplanten Kosten. So wird völlig überraschend und (wirklich?) unplanbar ein zweites Blockheizwerk benötigt.
Etliche Gemeindepolitiker begeisterten sich über die zur Baubeschlussfassung vorgelegte Wirtschaftlichkeitsrechnung des Planungsbüros ENERATIO, in der ein „riesiger“ Jahresüberschuss von rund 42.000 Euro ausgerechnet wurde. Das nach der Planung benötigte Gesamtkapital von 3 Millionen Euro sollte jährliche Kosten für Zinsen und Abschreibungen von 243.000 Euro verursachen.
Auszug aus der Projekt-Präsentation im Bauausschuss vom 12.12.2005.

Die Baukostenüberscheitung um ein Drittel führt nun jedoch zu jährlichen Mehrkosten von 81.000 Euro. Was unschwer durch eine einfache Dreisatzrechnung ermittelt werden kann.
Unabhängig von allen sonstigen Risiken, wie fehlender Wärmeabnehmer, steigender Zinsen und Biomassenpreise, ergibt sich allein aus der Baukostenüberschreitung ein jährlicher Verlust von rund 40.000 Euro. Die Erlöse aus der Lieferung der elektrischen Energie sind jedoch nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) festgeschrieben.
Es bewahrheitet sich auch hier die Erkenntnis, dass wirtschaftliches Handeln in einem kommunalen Betrieb nicht gut aufgehoben ist.
Fazit: Einzig erfreulich an dem Biogasprojekt der Gemeinde ist, dass dadurch ein Beitrag zur Verbesserung der CO2-Bilanz erbracht wird, leider aber auch nicht mehr.
Links zum Thema:
Quickborner Tageblatt vom 07.08.2007
Biogas-Anlage ein wirtschaftlicher Flop?
Norderstedter Zeitung vom 06.08.2007
Biogasanlage: FDP kritisiert Kostenexplosion
Segeberger Zeitung vom 18.07.2007
Ellerauer Biogasanlage soll im September starten
Datum: 03. August 2006 | Autor: Hans Bihl
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