Die 26½ Meter hohe Überraschung – Verhalten fördert Misstrauen

Natürlich benötigt auch ein Biogasblockheiz- und Kraftwerk einen Abgasschornstein, dass ist eigentlich jedem bewusst. Die Akzeptanz einer solchen Biogasanlage leidet im Allgemeinen durch diese technische Notwendigkeit nicht. Ein 6½ Meter hoher Abgasschornstein hätte in etwa den Erwartungen entsprochen.

Zur Überraschung Aller geriet der Abgasschornstein jedoch auf die beachtliche Höhe von 26½ Meter. Der gewählte Standort im Ellerauer Freibad erzwingt wegen der umliegenden Bebauung nach dem Immissionsschutzgesetz eine solche Mindesthöhe.
Auch wenn aus dem Schornstein nur Wasserdampf und ungiftiges Kohlendioxyd entweicht, bleibt er eine optische Provokation in der Mitte Elleraus.

Blockheizkraftwerksschlot vom Hochhaus aus gesehen

Blockheizkraftwerksschlot vom Hochhaus aus gesehen

Die maßgeblichen Entscheidungsträger behaupten jetzt, wie nicht anders zu erwarten, von der beachtlichen Höhe des Abgasschornstein gewusst zu haben. Für den überraschten Bürger bleibt da nur die Frage „Warum wurde über diese bauliche Attraktion nie ein Wort verloren?“. Vielleicht fürchteten sich die Planer vor einer Standortdebatte.

Eine solche 26½ Meter hohe „Überraschung“ fördert keinesfalls das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des planerischen Handelns der Ellerauer Politik.
Auch wird durch diese Art von Überraschungen unnötig Misstrauen und Argwohn gegen die Einführung alternativer Energien erzeugt. Kann denn den gemachten Aussagen zur Lärm-, Geruchs- und Verkehrbelastung vertraut werden?

Autor: Hans Bihl