Die Volkshochschule Ellerau als Verein?

vhs-ellerauWarum? Die Frage ist berechtigt, warum soll an einer gut „funktionierenden“ VHS etwas geändert werden? Die Antwort ist einfach. Das Gemeindeprüfungsamt fordert von der Gemeinde eine Klarstellung des Status der Volkshochschule Ellerau. Ist die VHS eine öffentlich-rechtliche oder eine privat-rechtliche Einrichtung?

Daher die aktuelle Frage: Unter welcher Trägerschaft soll eine VHS-Ellerau in Zukunft arbeiten, unter der eines „VHS-Vereins“ oder der der Kommune Ellerau?

Um die von allen Seiten hoch anerkannte Arbeit der VHS Ellerau, insbesondere die der im Bereich der Kinder- und Jugend-VHS, in der jetzigen Form zu erhalten ist die Festlegung der Trägerschaft unumgänglich. Auch eine als Verein geführte VHS erfüllt selbstverständlich den Bildungsauftrag des Artikels 13 Abs.3 der Landesverfassung, eben nur viel flexibler, unbürokratischer und zum Teil auch kostengünstiger. In einem VHS-Verein wird der Vorstand seine Tätigkeit voll ehrenamtlich ausüben. Die Arbeit der „eigentlichen“ VHS soll auch weiterhin von hauptamtlichen Mitarbeitern geleistet werden. Für diese gelten nach wie vor die Regelungen des TvÖD. Dem Vorstand soll, wie bei anderen VHS-Vereinen auch, immer der Bürgermeister/die Bürgermeisterin der Gemeinde und der Leiter/die Leiterin der VHS angehören.

Ein Vergleich der wesentlichen Unterschiede zwischen einem kommunalen oder einem „Vereins“ Träger

Pro „kommunale“- VHS:
Sie hat keinerlei wirtschaftliches Risiko. Wodurch sie auch unabhängig von der Akzeptanz ihres Angebotes ist. Als Dienstherr kann der Bürgermeister/die Bürgermeisterin unmittelbar Anweisungen an sie erteilen. Die Gemeindevertretung kann mittelbar über das Satzungsrecht steuernden Einfluss auf die sie nehmen.

Kontra „kommunale“- VHS:
Sie muss ihre Gebühren/Entgelte auf  Basis einer gerichtsfesten Vollkostenkalkulation ermitteln und hat immer die Notwendigkeit diese mittels einer Satzung festzusetzen. Satzungen die immer von der Gemeindevertretung zu beschließen sind. Im Extrem bedeutet das für jeden Kurs und jede Veranstaltung wird eine eigene Kalkulation erforderlich. Interne Subventionen & „Querfinanzierungen“ sowie Rücklagenbildung sind unzulässig.

Pro „privatrechtliche/Vereins“- VHS:
Sie kann dagegen ihre Gebühren/Entgelte ihre Angebote, Kurse und Veranstaltungen frei gestalten. Sie hat z.B. die Möglichkeit die Preise ihrer Leistungen an denen der umliegenden Volkshochschulen zu orientieren. Mittels interner Subventionen & „Querfinanzierungen“ können auch gewünschte und wenig attraktive „Bildungs“-Aufgaben bezahlbar gestaltet werden und sie hat darüber hinaus die Möglichkeit Rücklagen zu bilden. Sachfremder und politischer Einflüsse kann sie sich besser erwehren und sie wird allen anderen Vereinen im Ort gleichgestellt.

Kontra „privatrechtliche/Vereins“- VHS:
Sie hat ein geringes wirtschaftliches Risiko. Dadurch ist sie auch abhängig von der Akzeptanz ihres Angebotes.

Quintessenz

Die VHS-Ellerau ist ein Juwel. Ein Juwel das es unbedingt zu erhalten und zu stärken gilt. Oder anders gesagt die VHS ist ein nennenswerter Standortvorteil zum Wohle aller Ellerauer Bürger.
Es gilt unsere VHS in der uns bekannten Form attraktiv zu halten und deren Zukunftsfähigkeit zu sichern. Das Pro und Kontra zeigt dass dieses Ziel am ehesten durch die Trägerschaft eines VHS-Vereins erreicht wird. Die von der VHS-Ellerau geleistete Arbeit soll und kann genauso wie bisher fortgeführt werden. Auch gegenüber einem VHS-Verein ist die Kommune Ellerau, entsprechend dem Artikel 13 der Landesverfassung, verpflichtet einen Teil der Kosten zu tragen. Last not least bekunden doch die Mitglieder eines VHS-Vereins selbst allein durch ihre Mitgliedschaft ihr besonderes Engagement für die Sache der VHS-Ellerau – ein unschätzbarer Wert !

Eine Anmerkung zum Schluss: In Schleswig-Holstein gibt es 74 „VHS“-Vereine und einer davon ist der Verein „Volkshochschule Henstedt-Ulzburg e.V.“ und der ist bereits seit vielen Jahren erfolgreich tätig.

Autor: Hans Bihl